Programm

Weblogs & Podcasting
polycollege Wien
Montag, 02.10., 18.00 - 20.00

Samstag, 07.10., 09.00 - 16.15

Montag, 09.10., 18.00 - 21.15

Montag, 16.10., 18.00 - 21.15

Samstag 21.10., 09.00 - 16.15

  • Weblogs in der Öffentlichkeitsarbeit II
  • Aufgabe: Konzipieren einer Webloganwendung

Montag, 23.10., 18.00 - 21.15

Montag, 30.10., 18.00 - 21.15

  • Audio-Produktion I

Montag, 06.11., 18.00 - 21.15

  • Audio-Produktion II

Montag, 13.11., 18.00 - 21.15

  • Implementierung von Audiofiles in Weblogs, Promotion der Podcasts

Samstag, 18.11., 09.00 - 16.15

  • Diskussion der Weblog- und Podcasting-Anwendungen
  • Resümee

Das “neue” Web

Im Internet hat in den vergangenen Jahren ein Kulturwandel stattgefunden. Das Web ist zum Kollaborations- und Partizipationsmedium geworden. Millionen von Menschen nutzen heute das Netz zum Austausch und zur Organsiation von Informationen, Bookmarks, Bildern, Audiofiles und Videos.

Mit verantwortlich für diesen Kulturwandel sind soziale Softwareanwendungen, wie Weblogs, soziale Netzwerkseiten wie MySpace, Wikis, Foto Sharing Seiten wie Flickr, soziale Bookmarkmanager wie del.icio.us, Filesharing Software wie Bittorrent und zahllose andere Anwendungen, mit denen wir uns noch befassen werden.

Sie alle unterstützen menschliche Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit und zeigen neue Möglichkeiten des Umgangs mit dem Rohmaterial Information auf.

Steven Johnson, Autor von Interface Culture und Emergence, vergleicht in seinem im Wissenschaftsmagazin “Discover” erschienen Artikel Web 2.0 Arrives das “alte” Web mit seinen statischen Seiten mit einer Wüste, in der der Großteil der Informationen kaum wahrgenommen wird und langsam “vertrocknet”. Im neuen, von sozialen Softwarediensten angereicherten Web, ist Information hingegen die Engergie des Ökosystems Web:

In the Web 2.0 model, we have thousands of services scrutinizing each new piece of information online, grabbing interesting bits, remixing them in new ways, and passing them along to other services. Each new addition to the mix can be exploited in countless new ways, both by human bloggers and by the software programs that track changes in the overall state of the Web. Information in this new model is analyzed, repackaged, digested, and passed on down to the next link in the chain. It flows.

Durch soziale Softwareanwendungen wird auch die Eintrittsschwelle zur Partizipation radikal herabgesetzt. Dadurch verschieben sich auch traditionelle Rollenbilder. Aus “Konsumenten” werden “Produzenten”. Inhalte werden nicht mehr nur “rezipiert” oder “konsumiert” sondern bearbeitet, kommentiert, mit Hilfe von sozialer Software in persönliche Bezugsrahmen eingepasst und miteinander vernetzt.

“Kollektive Intelligenz”
Kevin Kelly, der Herausgeber des Technologiemagazins “Wired” schreibt in seinem Text We aret the Web, einer Bestandsaufnahme des “neuen Netzes”, über die Revolution, die durch soziale Anwendungen im Netz losgetreten wurde:

“At its heart was a new kind of participation that has since developed into an emerging culture based on sharing. And the the ways of participating unleashed by hyperlinks are creating a new type of thinking - part human and part machine - found nowhere else on the planet or in history.”

Diese neue Art der maschinell unterstützten kollektiven Intelligenz wird uns in den folgenden Wochen beschäftigen. Im Mittelpunkt wird dabei der praktische Umgang mit Weblogs und Podcasting stehen.

Weblogs waren in gewisser Weise die Vorboten des partizipativen Netzes. Wir werden uns zunächst mit dem Weblogformat und den neuen kommunikativen Möglichkeiten, die es bietet, beschäftigen.

Web 2.0 Reader

Software, Services
eHub - constantly updated list

Artikel, meta
Approaching a Definition of Web 2.0 - The Social Software Weblog
Remix and Remixability - Lev Manovich
We Are the Web - Kevin Kelly, Wired Magazine, August 2005
What is Web 2.0 - Tim O’Reilly
Web 2.0 Arrives - Steven Johnson
Das Web sind wir - Mario Sixtus, Technology Review, Juni 2005
Social Machines - Wade Roush, MIT Technology Review, August 2005
Web Content by and for the Masses - John Markoff, New York Times, 29. Juni 2005
Tim Berners-Lee on the read/write web - BBC News, 9. August 2005
Technologies of Cooperation - Howard Rheingold

Weblogs: Einführung

Was ist ein Weblog? Ein Weblog ist - kurz gesagt - eine Webseite, die aus kurzen Texten, Links, Fotos und anderen Formaten (mp3s, movies,…) besteht, die in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angeordnet sind - der zuletzt gemachte Eintrag steht dabei an erster Stelle.

Weblogs können von einer Person oder von einer Gruppe von Personen bespielt werden und können auf vielfältige Art und Weise verwendet werden: Als persönliches Tagebuch, als öffentlicher Notizblock, als annotierte Linkliste, als persönlicher Filter von Inhalten im Web, als kollaborative Publikations-Plattform, als Tool zum Projektmanagement, zum Wissensmanagement zur unternehmensinternen Kommunikation, als Nischen-Medium und als vieles mehr.

Logbuch
Die Bezeichnung Weblog - die sich aus den Worten “Web” wie Internet und “Log” wie “Logbuch” zusammensetzt - geht auf John Barger zurück, der seit 1998 unter der Adresse robotwisdom.com täglich bis zu 50 kommentierte Links, vorwiegend aus den Bereichen Showbiz und Informationstechnologie, postet.
Peter Merholz, mit peterme seit 1999 im Netz, brachte die Bezeichnung to “blog” ins Spiel - leitet sich aus “wee-blog” ab. Leute, die einen Weblog schreiben, nannte er “Blogger”.

Geschichte
Weblogs als Publikationsstil gehen in die Urzeiten des Netzes zurück. Als Vorläufer der Weblogs wird häufig die von Tim Berners Lee am CERN in Genf bespielte What’s New Seite (1992) zitiert. Dort wurde auf neu hinzugekommene Server im damals noch spärlich besiedelten WorldWideWeb hingewiesen und Konferenzen angekündigt, aber auch neue Software besprochen. Auch die von Justin Hall unter links.net seit 1994 geposteten, mitunter hyperintimen Tagebucheintragungen, können als Wegbereiter gelten.

Schnell und einfach publizieren
Im Unterschied zur ersten Generation von Webseiten, deren Erstellung HTML-Kenntnisse oder das Bedienen von HTML-Editoren vorausgesetzt hat und die mittels FTP auf einen Server gespielt werden mussten, sind gängige Weblog-Tools schnell und einfach über ein Web-Interface zu bedienen. HTML oder CSS-Kenntnisse sind vielfach nicht erforderlich. Inhalte können über eine Eingabemaske per Knopfdruck ins Web gestellt werden: Eine Reihe von Weblog-Tools erlaubt mittlerweile auch das Aktualisieren via E-Mail und via Mobiltelefon.

eingabemaske

Anatomie eines Weblogs
Weblogs sind zwar inhaltlich sehr verschieden, im prinzipiellen Aufbau orientieren sie sich an einer Reihe von Konventionen und Standards, die nicht zuletzt durch die Weblog-Tools bedingt werden.

Weblogs bestehen in der Regel aus

  • einem Titel

  • einer so genannte Tagline
  • einem Hauptbereich, in dem die Postings angezeigt werden
  • und einer Sidebar oder Seitenleiste, die Platz für die Anzeige der Weblog-Kategorien und des chronologischen Weblogarchivs, Links, dem Suchformular und dem Verweis zum RSS-Feed bietet. In der Seitenleiste können unter anderem auch Angaben über die AutorIn sowie aktuelle Musik-, Lese- und Filmlisten Platz finden.

Ein Weblog-Post besteht in der Regel aus:
posting

  • Titel
  • Beschreibung
  • Links
  • Datum, Uhrzeit des Eintrags / Timestamp
  • Jedes Posting kann über ein so genanntes Permalink direkt angesteuert und referenziert werden.
  • Vielfach besteht auch die Möglichkeit den Eintrag zu kommentieren.
  • Manche Weblog-Tools bieten darüber hinaus auch die Möglichkeit des Trackbacks - einer Technologie über die Postings von anderen Webseiten im eigenen Weblog referenziert und kommentiert werden können. Das Link zum Eintrag wird dabei über das Pingen des Trackback-URL automatisch generiert. (Siehe dazu auch: A Beginner’s Guide to Trackback - Moveabletype)
  • Erweitert dazu wird bei fast allen Weblog-Tools auch die Möglichkeit angeboten, die Postings nach Kategorien zu ordnen. Der Link zur Kategorie wird vielfach auch unterhalb des Posts angezeigt.
  • Ältere Einträge werden archiviert. Das Archiv ist entweder über eine Kalender oder über (automatisch generierte) Links zugänglich.

Übung
Um einen Überblick über die vielfältigen Anwendungs - und Darstellungsweisen von Weblogs zu bekommen, nehmen wir uns zehn Minuten Zeit, um uns folgende Weblogs anzusehen:
Links.net - Justin Hall, 1994
Robotwisdom - Weblog of John Barger, who coined the term “weblog”
Boing Boing
Schockwellenreiter
Bildblog
Bildungsblog
Beruf Terrorist
Gizmodo
Boing Boing - a directory of wonderful things, one of the most popular blogs
Kottke.org - home of fine hypertext products
Scripting News - weblog of dave winer - a weblog pionier
Spoilt Victorian Child - an audio- or mp3-blog
Observer Blog - weblog of the british paper the observer
The Long Tail - a public diary on the way to a book
Wonkette - politics for people with dirty minds
Rising Slowly - the uk weather blog (archive)
Micropersuasion - weblog on technology, marekting and media

Übung 2
Wir legen uns nun einen Weblog auf der polycollege Weblog-Plattform an. Dabei werden wir die Möglichkeiten, die uns die Weblogsoftware bietet, Schritt für Schritt durchgehen und uns so mit den grundlegenden Features von Weblogs vertraut machen.

Weblogs: Soziale Vernetzung

In der schnellen und einfachen Bedienbarkeit ist sicherlich eine Grund für die Popularität von Weblogs zu suchen. Die Vereinfachung des Publizierens im Netz ist jedoch nur ein - wenngleich wichtiger - Teil des Weblog-Phänomens. Wirklich interessant werden Weblogs vor allem durch die durch die Weblog-Technologien unterstützten Verbindungen untereinander und das dadurch entstehende soziale Beziehungsgeflecht. Dadurch werden neue Kommunikationsformen und neue Formen des Austausches von Information und die Vermittlung von Wissen im Netz ermöglicht. Durch die mannigfaltigen Verbindungen zwischen Weblogs entsteht ein neuer, selbstorganisierter Kommunikationsraum - die so genannte “Blogosphere”.

blogosphere

Vernetzung/Kommunikation zwischen Weblogs
Die Kommunikation zwischen Weblogs, der Austausch der Weblog-AutorInnen untereinander wird durch eine Reihe von Technologien unterstützt. Das Bemerkenswerte daran ist, dass viele dieser Applikationen von den BenutzerInnen von Weblogs entwickelt wurden und so direkt aus der Praxis die Tools gemäß den Anforderungen der AnwenderInnen zu verbessern.

Referer-Logs
Die so genannten Referer-Logs bieten Weblog-AutorInnen einen Überblick darüber, wer auf ihr Weblog verlinkt, bzw. von welchen Seiten die BesucherInnen des Weblogs kommen. Nicht selten geraten so auch neue Weblogs ins Blickfeld. Ein Link signalisiert Interesse.

referers

Die meisten Weblog-Tools verfügen über Referer-Logs. Sollte dies nicht der Fall sein, können referenzierende Seiten auch über frei erhältliche Tools wie etwa Sitemeter oder Blog Patrol ausgelesen werden. Dazu ist es notwendig einen Code auf der Seite zu implementieren, der von den jeweiligen Anbietern bezogen werden kann.
Einige Weblog-Tools, etwa Antville, listet zu jedem Posting auch so genannte “Backlinks” auf - Seiten, die auf das Posting verweisen.

Blogroll
In der Blogroll werden Weblogs gesammelt, die von den AutorInnen des Weblogs regelmäßig gelesen werden und den “Link-Kosmos” abbilden, innerhalb dessen sich der Weblog befindet. Oft sind diese Weblogs thematisch dem eigenen Weblog sehr ähnlich.
Die Blogroll befindet sich häufig am linken oder rechten Rand des Weblogs. Die Links können entweder über das Weblog-Tool eingetragen werden oder über eigene Applikationen, die kostenlos im Netz angeboten werden, erstellt werden. Einige dieser Applikationen - etwa Blogrolling oder Bloglines - bieten auch die Möglichkeit die Links so zu ordnen, dass Aktualisierung der Weblogs angezeigt werden - etwa über die Reihung innerhalb der Liste oder über Kennzeichnungen durch Symbole und anderes.

Weblog-Suchmaschinen und Indexes
Gängige Weblog-Software meldet (”ping”) neue Einträge an zentrale Server, etwa Weblogs.com oder Technorati, deren Einträge werden wiederum von einer Reihe weiterer Dienste abgefragt. Nach diesem Prinzip funktioniert nicht nur Blogroll-Software, wie das genannte Blogrolling.com, die “Pings” werden auch von einer Reihe von Weblog-Suchmaschinen und -Indexes registriert.

Weblog-Suchmaschinen und - Indexes bilden im Wesentlichen das Beziehungsgeflecht von Weblogs und die Verbreitung von Postings in der Blogosphere ab.

Technorati weist etwa nach Eingabe des Weblog-URLs den “Link-Kosmos” von Weblogs aus und listet die aktuell am meist verlinkten Meldungen auf.
Ein ähnliches Service, das sich jedoch auf deutschsprachige Weblogs beschränkt, bietet Blogstats.

Der vom MIT betriebe Weblog-Diffusions-Index blogdex listet ebenso die meistverlinkten Meldungen auf und referenziert Weblogs die darauf verlinken in ihrer zetilichen Reihenfolge.

Daypop listet ebenso populäre Weblogs und Weblog-Postings auf und bietet mit Wordburst ein Tool, das die am häufigsten in Weblogs genannten Wörter identifiziert.

Ähnliche Services bietet auch Blogstreet - das Weblogs nach Ähnlichkeiten auflistet und darüber hinaus die “Blog-Neighbourhood” des jeweiligen Weblogs auch grafisch darstellt.

Weblogs: Anbieter, Scripts, Tools

Einen umfassenden Überblick über Anbieter von Weblog-Software und Weblog-Hosts bietet das Weblog Compendium.

Die deutsche Weblog-Informationsseite Bloghaus bietet einen Vergleich gängiger Weblog-Services sowie ein kommentiertes Verzeichnis gängiger Software.

Zum Einstieg / Auswahl

Für den Einstieg empfiehlt sich ein Account bei einem Weblog-Anbieter. Gratis-Tools sind jedoch vielfach nur noch mit Werbeeinschaltungen zu bekommen. Bei fast allen Anbietern sind jedoch die ersten 30 Tage kostenlos.

twoday.net
Wiener Webloganbieter, der Antville verwendet. Werbefinanzierte Blogs sind gratis. Werbefrei kostet die Minimalversion mit 20 MB Speicherplatz fünf Euro pro Monat, kann jedoch sechs Wochen gratis getestet werden.

Wordpress.com - Sehr gute Software, einfach zu bedienen, keine Werbung, kostenlos - jedoch auf vorgegebene Layout-Vorlagen beschränkt.

typepad
Ein sehr benutzerfreundliches Tool, das allerdings in der Minimalversion fünf US-Dollar / Monat kostet. Die ersten 30 Tage sind gratis.

Blogger.com
Ein Klassiker. Weblogs können schnell und einfach angelegt werden. Bilder können jedoch nicht auf den Server gespielt werden, sondern müssen aus dem Web verlinkt werden.

blogg.de
Deutscher Webloganbieter der kostenlose Weblogs bietet.

myblog.de
Kostenloses Weblogtool, ohne Werbung.

Desktopbasierend

Radio Userland
Ein desktopbasierendes Weblog-Tool und gleichsam ein Klassiker. Die Seiten werden lokall erstellt und danach auf den Server exportiert - kann 30 Tag kostenlos getestet werden und verfügt über einen integrierten News-Aggregator. Radio Userland kostet im Jahr rund 40 Dollar. Ein Speicherplatz von 40 MB ist inkludiert.

Skripts / Auswahl

Wordpress
Eine sehr gute, leicht zu bedienende Weblog-Software. Gratis.

Antville
Wiener Weblog-Technologie, sehr benutzerfreundlich. Open Source, steht zur freien Verfügung.

Moveabletype
Moveabletype ist seit kurzem nur noch in einer Minimalversion kostenlos.

Tools, etc.

Eine ausführliche Linkliste mit Blogging-Tools findet sich im Weblog Compendium.

Blogrolling - Tool zum Verwalten von Blogrolls.

Bloglines - bietet unter anderem die Möglichkeit eine Blogroll zu erstellen und einen webbasierenden Newsreader.

Blogstats bietet ein ähnliches Service, das sich jedoch auf deutschsprachige Weblogs beschränkt.

Blogdex - Der vom MIT betriebe Weblog-Diffusions-Indes blogdex listet ebenso die meistverlinkten Meldungen auf und referenziert Weblogs die darauf verlinken in ihrer zetilichen Reihenfolge.

Daypop listet ebenso populäre Weblogs und Weblog-Postings auf und bietet mit Wordburst ein Tool, das die am häufigsten in Weblogs genannten Wörter identifiziert.

Ähnliche Services bietet auch Blogstreet - das Weblogs nach Ähnlichkeiten auflistet und darüber hinaus die “Blog-Neighbourhood” des jeweiligen Weblogs auch grafisch darstellt.

Weblogs: Ausgewählte Links, Materialien

What the f… is a weblog? - sofa

Weblog - wikipedia

Weblogs - eine Webkultur des Wissens (pdf, 130kb) - Gernot Tscherteu

Blogging eine neue Medienkultur des Netzes - Texte zur Wirtschaft, Textsammlung

Weblogs: a history and perspective - Rebecca Blood

Bücher zum Thema - Bloghaus.net

Special Report Weblogs - The Guardian
Weblog Glossary - The Guardian

Deep Thinking about Weblogs - Andrew Grumet

The Future of Weblogging - Nico MacDonald

RSS: Einführung

Ein sehr effektives Mittel um sich über Neuigkeiten auf anderen Weblogs oder Online-Medien am Laufenden sind RSS-Feeds und RSS-Aggregatoren. RSS ist ein Austauschformat für Webinhalte. Das Kürzel RSS steht für: Rich Site Summary, Real Simple Syndication oder RDF Site Summary. (Die Vielzahl an Synonymen geht auf die verschiedenen Versionen des Formats und deren Entstehungsgeschichte zurück.)

Für den Technologiekolumnisten des Online-Magazins Salon, Scott Rosenberg, ist RSS heute das, was HTML 1994 war: Ein Format das neue Möglichkeiten des Personal Publishings und der Online-Kommunikation eröffnet. “Die Schönheit von RSS”, meint Rosenberg, “liegt darin, dass sich damit ein Ad-hoc-Netzwerk aus Experten und Freunden bilden lässt, das einen alten Internettraum erfüllt - ein Netzwerk aus “menschlichen Filtern”, die uns bei der Navigation durch die Informationsmengen des Internets helfen.”

Anstatt Websites anzusteuern, um zu sehen, ob etwas neues gepostet wurde, werden neue Postings via RSS in einen Newsreader/Aggregator gespielt. Dies kann vor allem bei unregelmäßig upgedateten Quellen wichtig sein. Generell ermöglichen es Newsreader in kurzer Zeit eine Vielzahl von Meldungen zu sichten.

RSS-Feeds werden auf den meisten Weblogs durch XML oder RSS Buttons angezeigt:

icons

Klickt man auf den Button bekommt man den URL des RSS-Feeds. In einem Web-Browser werden RSS-Files gewissermaßen roh angezeigt:

feed

Mit dem Kopieren der URL des Feeds in den Newsreader werden die Inhalte der Seite auf Knopfdruck abonniert:

subscription

Die Files werden im Newsreader oder Aggregator lesbar:

aggregator

Meist werden in den Newsreadern Titel und Link des Postings sowie ein kurzer Vorspann angezeigt. Über das Anklicken des Links gelangt man zum gesamten Posting.

Viele Aggregatoren - etwa Radio Userland - bieten die Möglichkeit, die eingespielten Meldungen auch am eigenen Weblog zu veröffentlichen. Auf Knopfdruck kann man das Posting aus dem Newsfeed ergänzen und auf seinen Weblog spielen.

Übung 3
Wir werden uns nun einen Account beim Newsreader-Anbieter Bloglines anlegen und die RSS-Feeds ausgesuchter Weblogs und Online-Medien abonnieren.

RSS: Links, Materialien

Definitionen

Was ist RSS? - Der Schockwellenreiter

RSS FAQ - orf.at

Newsreader/Aggregatoren

RSS-Reader - RSS-Verzeichnis

News Readers - Google Directory

Eine extensive Liste verfügbarer Aggregatoren findet sich auch bei Haiko Hebig.

Verzeichnisse / RSS-Suchmaschinen

Syndic8

Feedster

Daypop

dmoz - open directory - RSS

Weblogs zu RSS

RSS-Verzeichnis, Weblog

Tagging

“I look to see who the other people are on del.icio.us who tag the same things that I think are important. Then, I can look and see what else they’ve tagged … And isn’t that part of the collective intelligence of the web? You meet people who find things that you find interesting and useful - and that multiplies your ability to find things that are interesting and useful, and other people feed off of you.” - Howard Rheingold

Das so genannte Tagging erlaubt das Zuordnen von frei definierten Schlagwörtern zu Inhalten einer Website. Dies können Weblog-Posts, Podcasts, Bookmarks oder Fotos sein. Inhalte werden mittels Tagging von ihren AutorInnen kategorisiert. Tags werden häufig in so genannten Tag-Clouds dargestellt.

tagcloud

Je häufiger das Schlagwort benutzt wird, desto größer wird es in der Tag-Wolke dargestellt. So lässt sich einerseits schnell vermitteln welche Inhalte auf einer Website zu finden sind. Bei einer Reihe von Anwendungen lassen sich die unter einem Tag abgelegten Inhalte auch mittels RSS-Feed abonnieren.

Soziale Verbindungen
Bei einer Reihe von Web-Services dienen die user-generierten Klassifikationen auch als Schnittstelle zum Sozialen. So können etwa beim sozialen Bookmarkservice del.icio.us über Tags auch Inhalte eingesehen werden, die von anderen UserInnen mit dem selben Schlagwort versehen wurden. In der Foto-Sharing-Community Flickr werden über Tags Fotos und UserInnen miteinander kurzgeschlossen.

Technorati-Tags
Auch Weblog-Postings können mit Tags versehen werden. Der Weblog-Index Technorati indexiert Weblog-Posts, die getaggt wurden und ermöglicht so die dezentrale Organisation von Inhalten nach Schlagwörtern. Es wird auch ein HTML-Code angeboten, der in Weblog-Postings integriert werden kann.

< a href="http://technorati.com/tag/[tagname]" rel="tag">[tagname]< /a> 

Das Posting wird so auf der Technorati/Tags-Site referenziert. Auf diese Weise werden Inhalte, die unter dem selben Tag/Schlagwort gepostet werden aggregiert und können auch mittels RSS abonniert werden.

Siehe dazu auch:
Using Technorati Tags

Technorati Tag Generator

Technorati Tags: an introduction - A Consuming Experience

Technorati takes tags global - Ross Mayfield, Many to Many

The tagging revolution continues - David Weinberger

Tags sind nicht zuletzt deshalb interessant, weil sie Strukturen in User-generierte Inhalte bringen und das Finden und Austauschen von Informationen erleichtern. Viel versprechend ist das “Bottom-up”-Tagging auch deshalb, weil dabei sowohl individuelle, als auch soziale Gratifikationen geboten werden. Einerseits ermöglichen es Tags, die eigenen Sammlungen von Postings, Links, Fotos zu strukturieren, andererseits entstehen durch die Übertragung dieser individuellen Klassifikationen ins Soziale Feedback-Schleifen und Gruppenbildungen.

Sichtbare Metadaten
Tags, die auch Folksonomies genannt werden, sind sichtbare Metadaten und haben auch die Diskussion um das semantische Web belebt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Daten im Netz mit so genannten Meta-Daten (Daten über Daten) zu versehen, um sie sinnvoll (d.h. in diesem Fall auf den jeweiligen Kontext der Daten bezogen) maschinell lesbar zu machen. Folksonomies - der Begriff ist ein Zusammenschluss aus den Wörtern “Folk” und “Taxonomy” - sind User-generierte Klassifikationen von Inhalten. Dabei werden nicht vorgegebene Klassifikations-Schemata verwendet, sondern frei gewählte Schlagwörter. Im Gegensatz zu vorgegebenen Taxonomien, wie sie für das Modell des semantischen Webs diskutiert werden, argumentieren Befürworter der Methode, spiegeln Folksonomies die Art und Weise wie Leute Informationen organisieren viel besser wieder.

Siehe dazu unter anderem auch:

Semantisches Web - Wikipedia

Folksonomy - Wikipedia

Folksonomy - Clay Shirky, Many2Many

Off the Top: Folksonomy Entries - Thomas Vander Wal

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